Mehr als Tarif – wie die IGBCE Politik für dich macht

Tarifverträge regeln viel – aber längst nicht alles. Wie viel Geld für eine Dialysebehandlung fließt, welche Personalvorgaben gelten, wie hoch der Mindestlohn ist, wie Kurzarbeit abgesichert wird: Das entscheiden Gesetzgeber, Ministerien und Gremien der Selbstverwaltung. Wer dort nicht vertreten ist, für den entscheiden andere. Deshalb endet Gewerkschaftsarbeit nicht am Werkstor – die IGBCE ist überall dort aktiv, wo die Rahmenbedingungen eurer Arbeit gesetzt werden.

Warum Politik deine Schicht erreicht

Ein Beispiel aus eurem Alltag: Die Vergütung der Dialysebehandlungen ist staatlich reguliert – über Pauschalen und Vorgaben, die in den Gremien des Gesundheitswesens festgelegt werden. Steigen die Pauschalen nicht mit den Kosten, wächst im Unternehmen der Spardruck – und der landet erfahrungsgemäß zuerst bei Besetzung und Dienstplan. Auch Qualitäts- und Personalvorgaben für Dialyseeinrichtungen entstehen in solchen Gremien. Gesundheitspolitik ist deshalb immer auch Arbeitsbedingungen-Politik.

Wo die IGBCE mitmischt

  • Gesetzgebung: Die IGBCE nimmt zu Gesetzentwürfen Stellung, sitzt in Anhörungen und macht – auch über den DGB – Druck für Beschäftigteninteressen: bei Arbeitszeit- und Arbeitsschutzregeln, beim Mindestlohn, bei Renten- und Gesundheitsreformen.
  • Selbstverwaltung: In den Verwaltungsräten der Krankenkassen, bei der Rentenversicherung und den Berufsgenossenschaften sitzen von den Versicherten gewählte Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter – gewählt bei den Sozialwahlen, an denen auch du teilnehmen kannst. Dort wird über Beiträge, Leistungen und Prävention mitentschieden.
  • Branchenpolitik Chemie/Pharma: Mit den Arbeitgebern gestaltet die IGBCE die Sozialpartnerschaft der Branche – von Demografie- und Qualifizierungstarifverträgen bis zu gemeinsamen Positionen zu Energiepreisen, Pharma-Standort und Transformation. Eine starke, investierende Branche sichert eure Arbeitsplätze.
  • Mitbestimmung im Konzern: Über die Unternehmensmitbestimmung sitzen Arbeitnehmervertreterinnen und -vertreter – auch mit IGBCE-Mandat – im Aufsichtsrat und reden bei strategischen Entscheidungen mit.

Drei Beispiele, die du im Alltag spürst

  • Kurzarbeit in der Krise: Als in der Pandemie Kurzarbeit drohte, sicherte der tarifliche Zuschuss der Chemie die Einkommen auf 90 % des Nettoentgelts ab (§ 7 MTV) – ein Zusammenspiel aus staatlicher Regelung und tariflicher Aufstockung, das es ohne Gewerkschaft nicht gäbe.
  • Mindestlohn und Lohngefüge: Die gewerkschaftlich erkämpften Mindestlohnerhöhungen heben auch das gesamte Lohngefüge – und stützen damit die unteren Tarifgruppen.
  • Personalvorgaben in der Pflege: Die Debatten um Personalbemessung im Gesundheitswesen führen die Gewerkschaften seit Jahren – jede verbindliche Personalvorgabe ist am Ende ein Argument mehr gegen die chronisch dünne Schicht.

Und was kannst du tun?

Politik klingt weit weg, ist aber beteiligungsoffen: Wähle bei der Sozialwahl (kommt per Post!), beteilige dich an Tarifbefragungen und Aktionen der IGBCE, bring deine Alltagserfahrung aus dem Zentrum ein – genau daraus entstehen die Positionen, die die IGBCE in Berlin und Brüssel vertritt. Je mehr Stimmen aus der Versorgungspraxis, desto schwerer sind sie zu überhören.

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