Die Gespräche zur Chemie-Tarifrunde auf regionaler Ebene sind ohne Ergebnis geendet. Deshalb wechseln die Tarifverhandlungen für die 585.000 Beschäftigten der chemisch-pharmazeutischen Industrie jetzt auf die Bundesebene. IGBCE und Arbeitgeberseite verhandeln nun zentral für Deutschlands drittgrößte Industriebranche. Den Anfang der regionalen Verhandlungen hatte am 14. Januar der Tarifbezirk Nordrhein gemacht, in den darauffolgenden Tagen fanden die Verhandlungen in den weiteren Regionen statt. Den Abschluss hat heute (23. Januar) das Saarland gebildet. Und mit der ergebnislosen Vertagung der dortigen Gespräche ist klar: Alle neun Regionen beauftragten die Bundesebene mit den Verhandlungen. Thomas Meiers, Verhandlungsführer beim Verhandlungsauftakt in Nordrhein, berichtete dort, dass es zwar einen fairen Austausch zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft gegeben habe, forderte aber: „Im Sinne von Standortsicherheit und Zukunftsfähigkeit müssen sich die Arbeitgeber auf uns zu bewegen.“ Die Arbeitgeber hätten nämlich erklärt, dass es nichts zu verteilen gebe. Ähnlich verliefen auch die Gespräche in Hessen. Die dortige Verhandlungsführerin Sabine Süpke erklärte: „Der Graben zwischen den Blickwinkeln auf den Verteilungsspielraum ist groß.“ Im Zentrum der diesjährigen Tarifrunde für die chemisch-pharmazeutische Industrie stehen zwei Forderungen: eine Erhöhung der Einkommen für die Tarifbeschäftigten und Auszubildenden, die die Kaufkraft weiter stärkt, sowie tarifliche Instrumente zur Beschäftigungssicherung. Sie folgen dem von der Bundestarifkommission der IGBCE im Dezember beschlossenen Leitsatz „Jeder Job zählt. Jeder Euro zählt.“ Auf Bundesebene treffen IGBCE und Arbeitgeber zum ersten Mal am 3. Februar aufeinander: Die erste Bundestarifverhandlung findet in Hannover statt und ist für zwei Tage angesetzt.